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Wird dem US-Dollar ein Comeback gelingen?

Stephane Fertat , Portfolio Specialist

Unsere Portfoliomanager, Analysten und Händler im Anleihebereich führen einmal im Monat eine umfassende Prüfung des Chancenspektrums bei Anleihen durch. Diese monatlich erscheinende Artikelreihe beleuchtet eines der vorherrschenden Themen, das sich aus ihren Gesprächen ergibt.

 

Bei den Sitzungen in diesem Monat diskutierten unsere Anlageexperten hitzig über den US-Dollar. Da die Währung den Großteil dieses Jahres unter Druck stand, nahm das globale Anlageteam die zugrunde liegende Dynamik besonders genau unter die Lupe, um festzustellen, ob eine Trendwende bevorsteht oder mit einer anhaltenden Abschwächung zu rechnen ist.

 

Der US-Dollar hat im bisherigen Jahresverlauf herbe Rückschläge erlitten. Dabei sank er gegenüber beinahe allen wichtigen Industrie- und Schwellenländerwährungen. Die meisten der Faktoren, die der US-Währung Auftrieb verleihen hätten können, sind nicht eingetreten. Insbesondere die Erwartung, dass die Trump-Regierung wachstumsfreundliche Maßnahmen umsetzen wird, ist inzwischen auf ein Allzeittief gesunken. Zudem hat es die US-Notenbank Fed aufgrund der anhaltend schwachen Inflation schwer, die Zinsen in nächster Zeit weiter zu erhöhen.

 

„Der US-Dollar erlebt fast einen perfekten Sturm“, so Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income. „Angesichts der potenziellen Auswirkungen einer andauernden US-Dollar-Schwäche auf die US-Inflation und die Weltwirtschaft stellt sich nun die Frage, ob sich der Schwächetrend noch weiter fortsetzen wird.“

 

Die US-Währung erscheint derzeit attraktiv bewertet: Gegenüber dem Euro ist der US-Dollar seit dem Höchststand vom letzten Dezember um 15% gesunken und gegenüber dem japanischen Yen beträgt der Rückgang seit Anfang 2017 8%. Auch zahlreiche Schwellenländerwährungen wie der polnische Zloty, die tschechische Krone oder der mexikanische Peso verzeichnen seit Jahresbeginn Anstiege gegenüber dem Greenback von mehr als 10%1.

 

Die US-Wirtschaft hat sich aus fundamentaler Sicht von ihrem verhaltenen Start in das Jahr 2017 erholt. Derzeit erscheint ein Wachstum von mehr als 2% in diesem Jahr wahrscheinlich. Allerdings ist einer der Hauptfaktoren für die US-Dollar-Schwäche die anhaltend niedrige Inflation. Diese lässt Zweifel daran aufkommen, dass die Fed ihre letzte für dieses Jahr geplante Zinserhöhung tatsächlich durchführen kann.

 

„Der Konsens preist für dieses Jahr keine weitere Zinserhöhung ein. Ich würde sie allerdings nicht ausschließen, da das Wachstum über dem Potenzialwert liegt und die Inflation anscheinend ihre Talsohle erreicht hat“, erklärt Arif Husain. Er führt weiter aus: „Sowohl die Wachstums- als auch die Zinsdifferenz zwischen den USA und anderen Industrieländern sollten den US-Dollar stützen, doch dieses Wechselverhältnis scheint in jüngster Zeit zusammengebrochen zu sein.“

 

Neben fundamentalen und Bewertungsfaktoren beschäftigte sich das Anlageteam auch mit dem Einfluss von Push- und Pull-Faktoren von Währungen. Dazu Arif Husain: „Der größte Push-Faktor der US-Währung ist in diesem Jahr die Unsicherheit in Verbindung mit der Politik Trumps und ihrer Reformfähigkeit.“

 

Seit ihrem Amtsantritt im Januar ist es der neuen US-Regierung schwergefallen, politische Änderungen durchzusetzen. Inzwischen ist es unwahrscheinlich, dass Infrastrukturmaßnahmen vor Ende 2017 in Angriff genommen werden. Daher glauben wir, dass die Wirkung fiskalpolitischer Anreize frühestens 2018 zu spüren sein wird. Während der drohende Regierungsstillstand im September erfreulicherweise durch eine kurzfristige Einigung abgewendete werden konnte, könnte das Problem damit zunächst nur aufgeschoben und nicht aufgehoben worden sein.

 

Zudem leidet der US-Dollar unter den Pull-Faktoren, von denen der Euro profitiert hat. Hier kommt es darauf an, im Blick zu behalten, ob die europäischen Entscheidungsträger ihre Rhetorik gegen die US-Dollar-Schwäche verstärken werden, wenn sie der Ansicht sind, dass diese die junge Konjunkturerholung ihrer Region gefährdet. Die Europäische Zentralbank hat bereits Bedenken geäußert: Bei ihrer jüngsten Sitzung im September wies sie darauf hin, dass ein stärkerer Euro zu einem Rückgang der Inflation führen könnte.

 

Das Anlageteam ist der Meinung, dass auf kurze Sicht wenige eindeutige Pull-Faktoren für den US-Dollar vorherrschen, merkte aber an, dass die Währung bei Nachlassen der politischen Turbulenzen durchaus einen Teil des verlorenen Bodens wiedergutmachen könne. „Der Währungsmarkt ist äußerst effizient, wenn es darum geht, das nächste große Thema einzupreisen. Sobald Trump Fortschritte bei Umsetzung einer wachstumsfreundlicheren Politik erzielt, wird sich das im US-Dollar niederschlagen“, so Arif Husain.

 

Ein weiterer Positivfaktor, den das Anlageteam hervorhob und der jüngst in Vergessenheit geraten ist, besteht in der traditionell schützenden Rolle des US-Dollars. Arif Husain betont: „In Krisenzeiten bleibt der US-Dollar die begehrteste Währung. Er gilt meiner Einschätzung nach weiterhin als sicherer Hafen.“

 

1Stand der Daten: 8. September 2017.

 

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